Verein Begegnung - arcobaleno

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Arcobaleno

 

Verein Begegnung

Textfeld: Buchpräsentation und Podiumsdiskussion

Die Aufforderung „integrierts euch!“ mit Rufzeichen hat bei mir immer ein „integrierts euch?“ mit Fragezeichen nach sich gezogen, weil mir das Integrationsziel unklar ist. Diese Aufforderung ist in sehr vielen Diskussionen hörbar, auch oder vor allem bei politischen Auseinandersetzungen darf sie nicht fehlen. So einfach die Botschaft klingen mag, so einseitig ist ihr Inhalt. Sie richtet sich an diejenigen, die sich bisher anscheinend nicht integrieren konnten oder wollten. Bleibt jedoch immer offen, welches Integrationsziel verfolgt werden soll. Wann ist eine Person endgültig integriert?

 

Die spannendere Frage ist folgende: Worin sollen sich MigrantInnen, ihre

Kinder, AusländerInnen, kurz als fremd Wahrgenommene denn überhaupt integrieren? Es gibt so viele unterschiedliche Lebensentwürfe in der Aufnahmegesellschaft, dass nicht einmal die Einheimischen sich einig sein können, welche dieser Lebensweisen das Vorzeigemodell darstellen soll. Das spiegelt auch die gesellschaftliche Realität wider.

Wonach sollen sich die MigrantInnen richten, wenn es die wenigsten Einheimischen selbst wissen.

 

Auf der Grundlage eines selbstbestimmten Lebensentwurfes darf auch keine Lebensart ganzen Bevölkerungsgruppen aufgezwungen werden. Offen bleibt auch, welche Leistungen die Gesellschaft bzw. die Institutionen erbringen müssen, damit der Integrationsprozess ohne Probleme ablaufen kann.

 

Integrationspolitik muss mehr bieten. Das ist ein Zukunftsthema, das die gesamte Gesellschaft und nicht nur die MigrantInnengruppen betrifft. Ich werfe folgende These auf: Das Integrations“problem“ ist ein schichtbezogenes und sozioökonomisches Problem und betrifft neben MigrantInnen auch Einheimische!

 

 

Eine „neue“ Integrationspolitik muss sich an alle sozial- und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen richten, also sowohl an MigrantInnen, als auch an Einheimische. Deswegen ist eine neue Kommunikationsebene in der Integrationsdebatte notwendig, die ich „Gesellschafts-entwicklungspolitik“ nenne.

 

Hierbei geht es nicht nur um die Integration von MigrantInnen, sondern von allen Menschen, die von gesellschaftlichen Ressourcen ausgeschlossen sind. Der fehlende Zugang zu gesellschaftlichen, sozialen, finanziellen und institutionellen Ressourcen ist das größte Hindernis auf dem Weg zu einer gleichberechtigten Gesellschaft.         E.Kalayci

 

 

 

TeilnehmerInnen:

 

Autor:

Mag. Erdal Kalayci (Autor)

PolitikerInnen:

LHStv Josef Ackerl  (SPÖ)
LAbg Mag.a Doris Schulz (ÖVP)
LAbg Mag.
aMaria Buchmayr (Grüne)

 

Termin: Di. 27.4.
Einlass:18:00; Beginn: 18:15

Ort: Arcobaleno

Für die musikalische Umrahmung des Programmes sorgen Mori Guscheh (Iran)  und John Cevallos (Equador) u. Elisabeth Gruber (Österreich)

Er hat Politikwissenschaft an der Universität Wien studiert und sich in die  Integrations-, Migrations- und Rassismusforschung vertieft.

Zum Autor:
Mag. Erdal Kalayci gehört der sogenannten 2. Generation von MigrantInnen an.

Veranstalter: Verein Begegnung/Arcobaleno, Grüne Interkulturell  OÖ,
Die Grünen Frauen OÖ, Südwind, Verein ADA, Kurdische Exilgemeinde, Ostafrikanische Gemeinschaft, Black Community, DIDF
Unterstützt durch den Integrations- u. Migrationsbeirat Linz